Mehr als Pflicht: Der Digitale Produktpass als Markenerlebnis

Der Digitale Produktpass macht ist der Link vom realen Produkt zur Markenwelt.

Vom realen Produkt in die digitale Markenwelt

Der Digitale Produktpass soll künftig wichtige Informationen über Produkte transparent und digital zugänglich machen. Was zunächst nach einer weiteren regulatorischen Aufgabe klingt, eröffnet Marken, Designern und Veredlern jedoch eine interessante Chance: die Verbindung von Produktinformation, Storytelling und individueller Gestaltung..

Über eine Schnittstelle, z. B. einen QR-Code, am Produkt oder an der Verpackung erhalten Verbraucher Zugang zu den jeweils vorgeschriebenen Produktinformationen. Welche Informationen konkret zugänglich gemacht werden müssen und wie der Zugang erfolgen soll, wird von der jeweiligen Produktgruppe abhängen.

Doch warum sollte die Kommunikation dort enden?

Über dieselbe digitale Schnittstelle können Marken zusätzliche Inhalte anbieten: Videos über Herstellung und Herkunft, Nachhaltigkeitsprojekte und soziales Engagement, Gebrauchsanleitungen, Tutorials, Rezepte, Reparatur- und Pflegeangebote, Co-Branding oder andere Services. Aus einer Informationspflicht kann so ein zusätzlicher Touchpoint zwischen Produkt, Marke und Kunde entstehen.

Noch interessanter wird es, wenn der Digitale Produktpass ein einzelnes Produkt eindeutig identifiziert. Bei einem aufgedruckten serialisierten 2D-Code muss jedes Exemplar mit individuellen Daten versehen werden. Damit hält die Individualisierung zwangsläufig Einzug in den Produktionsprozess – und genau hier entstehen neue Möglichkeiten für die Gestaltung.

Wenn Code, Seriennummer oder andere variable Informationen bereits digital erzeugt werden, kann auch eine digitale Veredelung individuell darauf abgestimmt werden. Variable metallische Elemente, Relief- oder Glanzeffekte und individuelle grafische Strukturen können aus einer notwendigen Kennzeichnung ein bewusst gestaltetes Merkmal machen. Solange die maschinelle Lesbarkeit erhalten bleibt, bleiben der Gestaltung eine Vielzahl von Möglichkeiten offen.

Besonders bei hochwertigen Produkten eröffnet diese Individualisierung zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn ohnehin jedes Produkt einen individuellen Code erhält, können auch Seriennummern, grafische Elemente oder digitale Veredelungen von Exemplar zu Exemplar variieren. So entstehen beispielsweise limitierte Editionen, bei denen jedes Etikett ein individuelles metallisches Motiv oder eine eigene Reliefstruktur trägt. Aus der notwendigen Kennzeichnung wird damit ein sichtbares und fühlbares Gestaltungsmerkmal.

Der Digitale Produktpass könnte damit weit mehr werden als der Zugang zu vorgeschriebenen Informationen. Richtig konzipiert verbindet er die physische Verpackung mit einer digitalen Markenwelt – und eröffnet gleichzeitig neue Möglichkeiten für Storytelling, Service, Individualisierung und Veredelung.

Warum das wichtig ist:

  • Aus einer regulatorischen Anforderung kann ein zusätzlicher Kontaktpunkt zwischen Marke und Kunde entstehen.

  • Pflichtinformationen lassen sich mit Storytelling, Services und weiterführenden Markeninhalten verbinden.

  • Serialisierte Codes schaffen die Voraussetzung für eine individuelle Identität jedes einzelnen Produkts.

  • Digitale Veredelung kann diese Individualität sichtbar und fühlbar machen.

  • Für Designer, Drucker und Veredler entstehen dadurch neue Möglichkeiten für Gestaltung und Wertschöpfung.

Weiter
Weiter

Wenn die Veredelung den Anfang macht