Luxus in neuem Licht

© Forum Druckveredelung

Was die LUXE PACK Monaco 2026 über die Zukunft von Verpackung und Veredelung verrät

Vom 28. bis 30. September trifft sich die internationale Premium-Packaging-Branche wieder zur LUXE PACK in Monaco. Mehr als 380 Aussteller werden im Grimaldi Forum erwartet. Außergewöhnliche Materialien, aufwendige Konstruktionen und spektakuläre Oberflächen gehören traditionell zum Bild der Messe. Doch die Anforderungen an Luxusverpackungen verändern sich.

Verpackungen sollen begehrenswert aussehen und sich besonders anfühlen – gleichzeitig aber ressourcenschonender, recyclingfähig, individualisierbar und zunehmend auch funktional sein. Die Messe selbst spricht von einem Wandel, der durch neue regulatorische Anforderungen ebenso geprägt wird wie durch Personalisierung und neue Markenerlebnisse.

Für die Druckveredelung eröffnet das neue Perspektiven. Forum-Mitglied KURZ zeigt in Monaco, wie breit das Spektrum inzwischen geworden ist: von Heißprägung und holografischen Effekten über Relief-, Mikro- und Nanostrukturen bis zur digitalen Veredelung für Kleinauflagen, Versionierung und individualisierte Produkte. Hinzu kommen Produktschutz und digitale Authentifizierung.

Dass Funktion dabei nicht unbedingt sichtbar sein muss, zeigen Bosch und Koenig & Bauer. Mit der gemeinsam entwickelten Plattform AVA können unter anderem individuelle Merkmale der Oberfläche eines Produkts zur Authentifizierung genutzt werden – ohne zusätzlichen QR-Code oder sichtbare Veränderung des Designs. Die Oberfläche selbst wird damit zur individuellen Kennung.

Auch beim Material verändert sich viel. Zu den angekündigten Innovationen gehören Verschlüsse aus Korkgranulat, Holzspänen und Agavenfasern, Lösungen aus bis zu 95 Prozent Cellulosefasern sowie Konstruktionen, die auf zusätzliche Kunststoffkomponenten verzichten. Nachhaltigkeit bedeutet damit nicht zwangsläufig gestalterischen Verzicht. Im besten Fall wird das Material selbst zum sicht- und fühlbaren Bestandteil der Gestaltung.

Freiraum für das Experiment

Einen bewusst anderen Blick auf die Zukunft des Packaging Designs wirft Make a Mark. Die 2021 von ESTAL, Avery Dennison und KURZ gegründete Initiative bringt internationale Packaging-Designer mit Materialien und Technologien der drei Partner zusammen. Die Gestalter werden ausdrücklich dazu ermutigt, bekannte Kosten- und Technologiegrenzen zunächst beiseitezulassen und neue Möglichkeiten auszuloten. Aus den Ideen entstehen anschließend reale Prototypen.

Material, Form und Veredelung werden dabei von Anfang an gemeinsam gedacht. Ungewöhnliche Konturen, Prägungen, metallische und optisch variable Effekte oder neue Materialien sind nicht Dekoration am Ende des Prozesses, sondern Teil der gestalterischen Idee.

Make a Mark wird damit zu einer Art Labor für die Branche. Auch 2026 ist die Initiative wieder auf der LUXE PACK vertreten – inzwischen in ihrer fünften Edition.

Gerade in einer Zeit, in der PPWR, Recyclingfähigkeit und Materialreduktion neue Rahmenbedingungen setzen, ist dieser Freiraum wichtig. Innovation entsteht schließlich nicht nur dadurch, bestehende Verpackungen effizienter zu produzieren. Manchmal muss man zuerst zeigen, was überhaupt möglich wäre.

Detailaufnahme eines Labels heißgeprägten Etiketts

Beispiel aus Book One | © ESTAL / Avery Dennison / LEONHARD KURZ

Vielleicht ist genau diese Spannung das Interessanteste an der LUXE PACK 2026: zwischen Reduktion und Inszenierung, industrieller Machbarkeit und Experiment, analoger Oberfläche und digitaler Funktion.

Druckveredelung wird nicht weniger wichtig – sie muss motivierter werden, um Relevanz entwickeln zu können.

Warum das wichtig ist:

  • Material und Veredelung werden zunehmend gemeinsam gedacht.

  • Oberflächen übernehmen neben ästhetischen auch kommunikative und funktionale Aufgaben.

  • Digitale Verfahren eröffnen neue Möglichkeiten für Kleinauflagen und Individualisierung.

  • Nachhaltige Gestaltung muss nicht auf Differenzierung verzichten.

  • Experimentelle Projekte wie Make a Mark zeigen, was entsteht, wenn Veredelung bereits am Anfang des Gestaltungsprozesses steht.

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